BESONDERES SAMMLERHIGHLIGHT!
EXPORTGLAS FÜR DIE SCHWEDISCHE ARMEE
CARL ZEISS JENA
SYSTEEM NEDINSCO GRAVENHAGE

D.F. 7x50

MIT GASMASKENOKULAREN UND EINER SPEZIELLEN VERSCHIEBE-
VORRICHTUNG FÜR BEIDE AUGENMUSCHELN!

mit original Lederköcher und Riemen!

Der 1. Weltkrieg endete im Frühling 1919 mit der Unterzeichnung des Friedens-
vertrages von Versailles. Der Vertrag enthielt erhebliche Beschränkungen in
der Erzeugung militärischer Rüstungsgüter. Die Bestimmungen bewirkten
einen starken wirtschaftlichen Einbruch der Rüstungsindustrie.

Um die Bestimmungen des Versailler Vertrages zu umgehen gründete Zeiss
1921 das im niederländischen Venlo angesiedelte Unternehmen Nedinsco.
Bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 hatte Zeiss beträcht-
liche Erfahrungswerte in der Entwicklung und Produktion optischer und
feinmechanischer Rüstungsgüter gesammelt.

Das Fernglasmodell D.F. 7x50 wurde bereits im WK I entwickelt. Dieses außer-
gewöhnlich seltene Belegstück ist eine Modifizierung vom D.F. 7x50 und
wurde 1930 im holländischen Zeisswerk Nedinsco für die schwedische Armee
hergestellt. Neben diesem modifizierten D.F. 7x50 ist auch noch die gleiche
Ausführung eines D.F. 8x40, welches ebenfalls im Fernglasmuseum auf-
gelistet ist, bekannt.

Das Fernglas ist mit echten Gasmaskenokularen, mit 23 mm großen Okular-
linsen und weit entfernter Austrittspupille ausgestattet. Eine einmalige Be-
sonderheit ist die spezielle Verschiebevorrichtung für beide Augenmuscheln!
Die Okularbrücke ist durch ein bewegliches Gestänge an der Mittelachse
befestigt. Diese Art der Gasmaskenferngläser wurden um 1930 nur kurz-
fristig gebaut und waren ausschließlich als Export für die skandinavischen
Länder bestimmt. Erhaltene Belegstücke sind sehr selten und daher wahre
Raritäten am Sammlermarkt!

Der linke Deckel trägt das Logo von Zeiss Nedinsco Gravenhage. Die Kenngröße
ist 7x50. 7-fache Vergrößerung mit 50 mm Objektive.

Am rechten Deckel steht D.F. für Doppelfernrohr, die Kenngröße 7x50 und die
Seriennummer 1512344. Die Seriennummer kann im Zeiss Kontorbuch nicht
als D.F. 7x50 zugeordnet werden. Es wurde 1930 hergestellt.

Rechts befindet sich die frühe, schwedische Marinekrone. Sie ähnelt einer Tulpe
und wir umgangsprachlich auch "Katzenpfote" genannt. Links steht die Nummer
197 als Geräte- oder Evidenznummer.

Das Fernglas hat echte Gasmaskenokulare mit einer weit entfernten Austritts-
pupille von 20 mm. Die Okularlinsen sind leicht konvex und messen 23 mm
im Durchmesser.

Das Gestänge in ausgeschobenen Zustand zur Betrachtung mit normalem Auge.

In eingeschobenen Zustand ist es zur Benutzung mit Gasmaske.

Die Durchsicht durch das Fernglas.

Breite = 19,5 cm, Höhe = 18 cm, Gewicht = 1770 g.

Der original Lederköcher mit Riemen.