SAMMLERHIGHLIGHT!
SEHR SELTENES SCHWEIZER EXPORTGLAS
EINZIGE KLEINSERIE VOM WK II
CARL ZEISS JENA
DOPPELFERNROHR
D.F. 15x

DIE LETZTE UND EINZIGE KLEINSERIE IM WKII, EXPORT FÜR DIE SCHWEIZ,
56 STÜCK, BESTELLT IM NOVEMBER 1938!

mit original Holzstativ, ausziehbaren Sonnenblenden und
Messing-Objektivabdeckungen!

Vor der Einführung der Funktechnik wurden im WK I optische Signalgeräte zur
Verständigung der eigenen Truppen auf Entfernung eingesetzt. Blinkgeräte
waren im WK I von großer Bedeutung. Dafür wurden eigens hochwertige
Optiken entwickelt. Das größte Modell war das Doppelfernrohr 15x60.

Es war das erste von Zeiss hergestellte Fernglas mit 60 mm Objektiven und wurde
bereits ab 1911/12 in den Filialen Wien und Györ produziert. Die bayerischen
und preusischen Blinkertrupps sind ab 1914 von Zeiss Jena mit diesen Fern-
gläsern ausgestattet worden.

In Deutschland wurde das D.F. 15x60 nur bis zum Ende vom WK I produziert.
Die rasante Entwicklung der militärischen Funktechnik revolutionierte die
Kriegsführung im WK II und die Blinkertrupps vom WK I waren Vergangenheit.
Manche der hochwertigen Zeiss Doppelfernrohre 15x60 wurden überarbeitet,
neu beschriftet und im WK II als Beobachtungsferngläser weiterverwendet.

Dieses einzig bekannte Belegstück für die Schweiz bildet eine große Ausnahme!
Es wurde vom Schweizer Militär im November 1938 in einer Serie von 56 Stück
bei Zeiss Jena in Auftrag gegeben. In geringfügig modifizierter Ausführung ist
es die letzte Fertigung des Zeiss-Modells 15x60 vom WK I. Es ist naheliegend,
dass das Fernglas mit hoher Vergrößerung von der schweizer Armee zur Ge-
lände und Luftraumbeobachtung eingesetzt wurde. Es hat keine achromati-
schen Objektivlinsen wie das Vorgängermodell.

Die Kenngröße ist 15x60. 15-fache Vergrößerung mit 60 mm Objektive. Die
Seriennummer ist 1892901. Es stammt aus der letzten Serie von 56 Stück
welche 1938 von der Schweizer Armee in Auftrag gegeben wurde.

Das Schweizer Kreuz besagt die Zugehörigkeit zur Schweizer Armee. Die da-
runter stehenden Buchstaben D.F. 15x sind bedeutend für Doppelfernrohr mit
15-facher Vergrößerung. Die Zahl 295 ist eine militärische Evidenznummer.
Den Buchstaben "G" findet man auf manchen militärischen Optiken. Die Be-
deutung ist bis heute unbekannt.

Eine Besonderheit ist der Mechanismus zur Einstellung der Augenweite.

Durch Verdrehen der Prismengehäuse kann der Augenabstand erheblich
erweitert werden, sodass ein Durchsehen von zwei Personen gleichzeitig
möglich ist.

Der Augenabstand in Millimeter ist auf dieser Skala zum Ablesen.

Der Stativadapter ist fix zwischen den beiden Fernglashälften verbaut und
mit einer Flügelschraube zum Fixieren. Der Stativdorn hat 19 mm im
Durchmesser.

Zum ungefähren Anpeilen von Beobachtungszielen verfügt das Fernglas über
eine Grobvisiervorrichtung.

Diese besteht Okularseitig aus dem Kimme und Objektivseitig dem Korn.

Das Fernglas hat ausziehbare Sonnenblenden.

Zwei Objektiv Messingabdeckungen dienen zum Schutz der Objektivlinsen vor
Beschädigungen während des Transports.

Die Durchsicht durch das Fernglas.

Breite = 16 cm, Länge mit ausgezogenen Sonnenblenden = 39 cm,
Gewicht = 3400 g.

Das original Holzstativ mit Messingbeschlägen misst 90 cm und kann auf
180 cm ausgefahren werden. Es wiegt 3,70 kg.

Es ist mit den Buchstaben "MWR 9" beschriftet. Die Bedeutung ist unbekannt.

Das Stativ hat einen verstellbaren Trageriemen. Am Riemen unten ist eine
Messingplatte mit drei Löchern befestigt. Die Stativarme haben am Ende
eine Messingspitze zur Stativfixierung im Boden. In Transportstellung
werden die Messingspitzen in die Löcher der Messingplatte gesteckt und
mit dem Riemen fixiert.