DEUTSCHES, CODIERTES DIENSTGLAS, WK II
BUSCH RATHENOW
cxn 6x30

MIT STRICHPLATTE!

mit Buna Regenschutzdeckel und Riemen!

Die Entstehung von Busch geht auf das Jahr 1845 zurück. Damals übernahm
Emil Busch die Firma seines Onkels Eduard Dunker. Der Firmensitz war in
Rathenow.
Busch erzeugte hochwertige Ferngläser, Fernrohre, sowie Flak-
gläser für die Flugabwehr. Die Firma war im WK II ein wichtiger Lieferant
für die deutsche Wehrmacht.

Das Dienstglas 6x30 wurde 1940/41 von der Wehrmacht standardisiert. Alle
Firmen mussten künftig das Dienstglas 6x30 nach einer einheitlichen Norm
herstellen. Das Fernglas wurde "Einheitsdienstglas" genannt. Die Firmen-
namen wurden durch einen 3 Buchstabenode ersetzt. Busch Rathenow wurde
mit dem Buchstabencode "cxn" benannt.

Einheitsdienstgläser waren aus mit Rauhlack beschichten Aluminium, hatten
eine Einzelokularfokussierung und rechtsseitig eine Strichplatte verbaut. Die
Deckelbeschriftung war ebenfalls einheitlich gestaltet. Rechts mit Dienstglas,
der Kenngröße 6x30, der Seriennummer und H/6400, die Teilung für die ver-
baute Strichplatte. Am linken Deckel war der 3-Buchstabencode für den Her-
steller graviert.

Der runde Kreis oberhalb vom Code "cxn" ist eine Kältefettmarkierung. Sie be-
deutet, das Fernglas wurde mit dem Vakuumfett 1416 geschmiert. Dies war
bis -40° Kältebeständig.

Die Seriennummer ist 330065. Anhand der Kältefettmarkierung kann man die
Herstellung auf 1942 eingrenzen.

Detailfoto der Einzelokularfokussierung. Die Okularringe sind mit Längsrillen.

Der zu dieser Zeit übliche Regenschutzdeckel aus Buna. Buna ist ein elastischer,
synthetischer Kautschuk.

Die Durchsicht der rechten Seite mit Strichplatte.

Die linke Durchsicht.

Die Strichplatte im Detail.

Breite = 16 cm, Höhe = 12 cm, Gewicht = 410 g.